Gedenken an unser Vorbild Adolph Kolping vom 13. Dezember
25 Kolpingmitglieder trafen sich an diesem kalten und trüben Dezembernachmittag im Bühler Gemeindezentrum, Wiedigstraße 9, um des Sozialreformers Adolph Kolping zu gedenken, der wusste, wo seinen „Nächsten“ der „Schuh drückt“.
Es waren jedoch nicht nur die wandernden Handwerksburschen des Schuhmachergewerbes, denen er Gemeinschaft und Bildung bot, sondern alle Handwerksgesellen, die dem im Mittelalter festgelegten Regelwerk ihrer Berufsausbildung folgend, nur dann zur Meisterprüfung zugelassen wurden, wenn sie nachweisbare praktische Erfahrungen außerhalb ihrer Heimat – und damit wandernd – erwarben. Zu erkennen, wo unsere heutigen „Nächsten“ Unterstützung benötigen und diese auch zu liefern, darin folgen wir unserem Gründer.
Um 15.30 Uhr begrüßte Ulrika, Mitglied des Vorsitzenden-Teams, in ihrer herzlichen Art die Teilnehmer, die sich bereits an den adventlich geschmückten Tischen niedergelassen hatten. Sie dankte den Bäckerinnen der fünf gespendeten, appetitlich lockenden Kuchen, die auf ihren Verzehr zum anschließenden Kaffee warteten. Ein besonderer Dank galt auch Bettina, die maßgeblich den als Höhepunkt geplanten Gedenkgottesdienst vorbereitet und ausgestaltet hatte.
Gleichzeitig ermunterte Ulrika die Anwesenden zu einer Unterstützung in Form von „Wünsche-Zetteln“, die in die anstehende Jahres-Aktivitäten-Planung einfließen werden.
Nach lebhaften Tischgesprächen folgten um 17 Uhr die Ehrungen der langjährigen Mitglieder. Eine besonders seltene Auszeichnung wurde Egon zuteil: Zu seiner 65jährigen Mitgliedschaft dankten ihm auch – in schriftlicher Form – die Kolping-Bundesvorsitzende Ursula Groden-Kranich und der Bundespräses Hans-Joachim Wahl. Das Ehrenzeichen des Diözesanverbands Freiburg, den Münsterturm, hatte er bereits 2009 erhalten.
Ulrika erinnerte in ihrer Ansprache auch daran, wie 1960 alles begann und Egon schon 1963 zum Kassier im Vorstand gewählt wurde. Innerhalb dieser 59 Jahre Vorstandsarbeit war Egon auch 3 Jahre 1. Vorsitzender, 10 Jahre kommissarischer und 2. Vorsitzender und danach noch 4 Jahre Beisitzer, der mit seinen umfassenden Kenntnissen und Erfahrungen diverse Aktivitäten mit viel Engagement unterstützte.
Danach galt es, vier Kolpingmitglieder für ihre 40jährige Mitgliedschaft zu ehren: Martina, die mittlerweile in Scharmberg wohnt und kurzfristig verhindert war: Sie war auch nach ihrem Umzug in die Uhrenstadt der Kolpingfamilie Bühl treu geblieben. Leider verhindert war auch Günter, der über Jahrzehnte unsere Nikolaus-Aktionen und Gebrauchtkleider-Sammlungen tatkräftig unterstützt hat. Anja war auch als Knecht Ruprecht aktiv genauso wie bei Kinderfest und Bücherflohmarkt. Die Vierte in dieser Gruppe war Andrea, deren Vater begeisterter Kolpinger in Overath bei Köln war und deren Jugend Kolpingaktivitäten bestimmten. Nach ihrem Umzug trat ihre ganze Familie in die Kolpingsfamilie ein, und seit 13 Jahren zeichnet sie für die Kasse verantwortlich, davon die letzten 8 Jahre als Mitglied des Vorsitzendenteams.
In 25 Jahren Mitgliedschaft hat sich Ilona immer maßgeblich für die Familienfasnacht engagiert, zuletzt zusammen mit ihrer Tochter Julia, die auch die Verbindung zum Glaubensspielkreis-Team aufrechterhält.
Abschließend trug Bettina eingängig und ausdrucksstark eine Geschichte vor, die davon handelte, dass Engel keine Männer mit Flügeln sind, sondern wir alle mit Achtsamkeit und Empathie unsere Mitmenschen wahrnehmen sollen, damit wir auch in der Lage sind, die Nöte unserer Nächsten zu erkennen und sie dann auch gezielt und passend zu unterstützen.
Um 18.30 Uhr begann der Abendgottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Ulrika-Nisch-Kapelle, zelebriert von Pfarrer Martin Drathschmidt und instrumental treffend umrahmt von Organist Täther, dessen intonierte Lieder aus dem Buch „Kreuzungen“ von der versammelten Gemeinde begeistert mitgesungen wurden.
Leitmotive des Gottesdienstes waren nicht nur das Andenken an Adolph Kolping, sondern auch an die Hl. Lucia, deren Gedenktag auf diesen Samstag fiel. Kolpingmitglieder wirkten auch beim Gottesdienst mit. So formulierten die Vorsitzenden des Vorstands drei individuelle Kyrierufe mit den Bitten um Erbarmen.
Zur Predigt traten Bettina als Heilige Lucia und Pfarrer Martin Drathschmidt als Seliger Adolph Kolping in einen Dialog zu den Themen Nächstenliebe und Licht. Lucia half im 3. Jahrhundert den verfolgten Christen in den Höhlen von Syrakus mit Nahrung und Zuspruch. Um die Hände frei zu haben und sich in der Dunkelheit zurechtzufinden, trug sie auf dem Kopf einen mit Kerzen bestückten Kranz. Sie verbindet mit Adolph Kolping die tätige Nächstenliebe in schwierigen Zeiten, ungeachtet aller Hindernisse und Anfeindungen. Damit zeigen sie uns beide den Weg zu einem achtsamen, sich gegenseitig unterstützenden Leben in der Gemeinschaft.
Die Fürbitten wurden ebenfalls von den drei Mitgliedern des Vorsitzendenteams vorgetragen. Zum Abschluss dieses feierlichen und stimmungsvollen Gottesdienstes sang die Gemeinde das Lied „Wir sind Kolping“ und alle Gottesdienst-Teilnehmenden konnten sich, gestiftet von der Kolpingsfamilie, ein Teelicht mit einem eingearbeiteten Sinnspruch als adventlichen Gruß mitnehmen.





